Schweriner U18 Damen gewinnen die Norddeutsche Volleyball- Meisterschaft

Zwei Tage Dramatik im Zeichen des Volleyballs

Neubrandenburg war in diesem Jahr Gastgeber der Norddeutschen U18 – Volleyball- Meisterschaft. Die Organisation des Turniers wurde von vielen lokalen Firmen unterstützt: Autohaus Eschengrund, Euronics Nehls, Globus, Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte, Neubrandenburger Stadtwerke, Provinzial, Ballwitz Elektro und Werbelicht Dr. Jahn GmbH. Am Freitag Abend bauten Eltern, Trainer, Spielerinnen und sogar der SC Neubrandenburg- Volleyball- Vorstand von 20- 22:00 Uhr alles für die nachfolgenden zwei Meisterschafts- Spieltage auf- vom Volleyballnetz über Landesflaggen, Bandenwerbung, Bierzeltgarnituren bis hin zum Imbiss-Stand. Als Teambuilding- Maßnahme ließen die SCN- Volleyballerinnen den Vorabend der Meisterschaft beim Griechen mit einem gemütlichen Abendbrot ausklingen.

Zurück zum Anfang, zurück zur Meisterschaft! Gespielt wurde in zwei Gruppen und parallel auf zwei Spielfeldern. Die Gruppenphase des ersten Spieltages eröffneten am 22.03.2025 um 11:00 Uhr der SSC Schwerin vs. SC Neubrandenburg und der Kieler Turnverein vs. Volleyball- Gemeinschaft WiWa Hamburg. In der Gruppe 1 blieb Schwerin ungeschlagen. In der Gruppe 2 erkämpfte sich Warnemünde mit zwei 3-Satz-Matchen spektakuläre Siege, das Volleyballteam Hamburg machte einen glatten Durchmarsch.

Am Ende des ersten Spieltages zählte für jede Mannschaft das Weiterkommen- dafür genügte bei drei Gruppenspielen ein Sieg. Die Erkenntnis dieses Spieltages für den SC Neubrandenburg war: Es ist noch alles drin!

Als Laie kam Viertorestadt.de mit einigen Spielereltern ins Gespräch und fragte nach, wie das mit den Überkreuz- Vergleichen am 2. Spieltag in der Meisterschaftstabelle denn funktionieren würde und warum der SC Neubrandenburg mit gerade mal zwei Siegen in das Halbfinale einziehen konnte. Viele zuckten mit der Schulter und keiner wusste es genau. Also recherchierte viertorestadt.de mit wenigen Mausklicks im Internet und gelangte zur Jugendspielordnung Nord des Deutschen Volleyballverbandes e.V. – alle Achtung! Da stand ein minutiöser Spielplanablauf mit vorgegebenen Aufgabezeiten und den Spielplan-Kreuzen drin.

Die Halbfinalspiele wurden auf 12:15 Uhr verlagert, weil das Duell zwischen den Flensburg Seahawks (TSB1) und dem Kieler Turnverein über 3 Sätze ging und somit länger dauerte, als angenommen. Schon gegen den SV Warnemünde kämpften die Flensburger Volleyballerinnen eindrucksvoll im 3. Satz um einen Sieg, doch es sollte heute und auch hier einfach nicht reichen.

In den Pausen und Auszeiten sorgte DJ Christian Rode an den Pulten mit toller Musik für einen runden Wettkampftag. Viele seiner gespielten Titel übertrugen ihre Energie förmlich in die Spielerinnen am Netz, doch leider, so empfand es zumindest viertorestadt.de,  machte das Publikum auf den Rängen nicht mit ganzem Herzen mit. Wie viele Zuschauer waren denn überhaupt in die Sporthalle Adlerstraße gekommen? Es ist schwer zu sagen. Viertorestadt.de hat vorsichtig gezählt und hat im Momentum und somit unverbindlich 160 Zuschauer ermittelt.

Neubrandenburg musste im Halbfinale erneut gegen Schwerin antreten. Unter den heimischen Eltern winkte man ab- zu groß wäre der Niveauunterschied. Die hoch gewachsenen Schwerinerinnen brachten viel mehr Power hinter den Ball und waren mit einem riesigen Spielerkader (16 Spielerinnen) angereist. Die Mannschaft des SC Neubrandenburg Volleyball hatte dagegen einen Kader von 11 Spielerinnen. Doch wer hätte es gedacht? Der SC Neubrandenburg ging im entscheidenden 2. Satz in Führung und zog davon! Dem 1:0 folgte das 2:0, das 3:0 für die einfach nur stark spielenden Neubrandenburgerinnen. Dann 4:1- konnte Schwerin das Spiel nun an sich reißen, oder wurde ein 3. Satz fällig? Ja, nein, doch! 5:2 und kurz darauf das 6:2, 7:3 für Neubrandenburg! Die Halle tobte! Fans beider Seiten und neutrale Zuschauer heizten die Stimmung und den Lärmpegel gewaltig an. Schwerin drehte den Spielstand auf 7:10. Kam nun alles, wie erwartet? Wieder Nein! Neubrandenburg kämpfte sich zurück 13:13 und drehte erneut den Satzverlauf- 15:14, 16:15. SCN- Trainer R. Fröhlich reckte vor Freude und mit stolzer Brust beide Fäuste in die Höhe. Am Ende setzte sich die Schweriner Mannschaft mit 21:25 in einem spannenden Duell durch. Ein hart erkämpfter Finaleinzug für den SSC Schwerin! SC Neubrandenburg war ein wahrhaft großartiger Gegner in einem phantastischen Spiel.

Das zweite Halbfinale war ein rein hanseatisches Duell. Hier trafen WiWa Hamburg und das Volleyball Team Hamburg aufeinander. Der erste Satz ging klar an WiWa. Im zweiten Satz drehte das Volleyball- Team gewaltig auf. Da die Halbfinalbegegnung SC Neubrandenburg vs. SSC Schwerin schon beendet war, versammelten sich viele Volleyballerinnen an der Seitenlinie und verfolgten gespannt den Spielverlauf. WiWa gewinnt auch den 2. Satz ( 26:24) und ist im Finale.

Während sich Schwerin und WiWa Hamburg langsam für das Finale vorbereiteten und sich warm spielten, kamen die SCN- Volleyball- Damen nach dem Wunden lecken aus der Kabine und stärkten sich vor ihrem letzten Turnierspiel am Imbissstand. Derweil wurden die Spielfelder umgebaut und für die Finalspiele das Volleyball- Netz in die Mittelhülsen der 3-Felder-Halle umgesteckt. Im Dickicht der runden und geraden Parkett- Linien wechselte die Feldlinienbegrenzung nunmehr von hellblau auf dunkelblau. Bis zum nächsten Spiel vergingen noch einige Momente- diese Zeit nutzten die Fachexperten auf den Tribünen zum philosophieren über unausgesprochene Neubrandenburger Wahrheiten: Die Neubrandenburger Stadthalle, ein Müther- Bau, wurde mit viel Geld extra für die Nutzung durch das Sportgymnasium und Neubrandenburger Sportvereine saniert…. und man soll doch tatsächlich die Masthülsen für die Volleyballnetze vergessen haben. Ob das wirklich stimmt?

Im Spiel um Platz 3 kam der SC Neubrandenburg gegen das Volleyball-Team Hamburg mächtig unter die Räder und hatte zu keinem Zeitpunkt das Heft der Spielhandlung in der Hand. Beim Halbfinal- Spiel gegen den SSC Schwerin hatten die SCN- Damen eine Menge Kraft und Ausdauer auf dem Spielfeld lassen müssen. Das wirkte sich nun negativ aus: Unkonzentriertheiten nahmen bei den Tollensestädterinnen überhand. Ein Klassiker bei anfliegenden Bällen war: „Nimm Du, ich hab!“ Dennoch waren schöne und lange Ballwechsel für die Zuschauer auf der Tribüne richtig spektakulär und gut anzusehen. Hamburg setzte sich verdient durch. Neubrandenburg hatte kein Edelmetall erspielt und fährt auch nicht zur Deutschen Volleyball- Meisterschaft. Sehr schade. Im Sport formen Niederlagen große Charaktere. Am Ende waren alle Neubrandenburger mit dem 4. Platz zufrieden- Mannschaft und Zuschauer.

Das Finale WiWa Hamburg vs SSC Schwerin

Schwerin führte den ersten Satz energisch an, doch dann schlichen sich sogar Angaben-Fehler ein. Lampenfieber im Finalspiel oder erzielten die erfolgreichen WiWa- Blöcke und die hammerharten cross- diagonal geschlagenen Volleybälle eine verheerende psychologische Wirkung in den Köpfen der Mecklenburgerinnen? Beim Stand von 11:12 nahm der Schweriner Trainer eine dringend nötige Auszeit, beim Spielstand von 15:15 wechselt Schwerin und stellt damit das gesamte Spielgeschehen auf den Kopf. 16:20…. nun nimmt WiWa Hamburg eine Auszeit. Der erste Satz geht mit 20:25 an Schwerin. Im zweiten Satz spielt Schwerin selbstbewusst seine ganze Klasse aus und fügt WiWa Hamburg mit 8:25 die schmerzhafteste Satzniederlage des gesamten Turniers zu. Der SSC Schwerin baggerte sich gestern und heute beeindruckend souverän zum ungeschlagenen Norddeutschen Volleyball- Meister. Herzlichen Glückwunsch! WiWa für Hamburg und der SSC für Mecklenburg- Vorpommern vertreten ihre Bundesländer bei den Deutschen Volleyball- Meisterschaften. Viel Erfolg!

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